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Auszug - Zur Information: Wärmenetz für die Landkreisliegenschaften in Mühldorf a. Inn - Vorstudie C.A.R.M.E.N e.V.  

 
 
öffentl. und nichtöffentl. Sitzung des Kreistages
TOP: Ö 27
Gremium: Kreistag Beschlussart: zur Kenntnis genommen
Datum: Fr, 24.07.2020 Status: öffentlich/nichtöffentlich
Zeit: 14:00 - 18:40 Anlass: ordentliche Sitzung
Raum: Stadtsaal Mühldorf a. Inn, Schützenstr. 1, 84453 Mühldorf a.Inn
Ort: Stadtsaal Mühldorf a. Inn, Schützenstr. 1, 84453 Mühldorf a. Inn
 
Sachverhalt
Beschluss

 

Sachverhalt

 

Aktueller Sachstand:

In Vorbereitung einer detaillierten Machbarkeitsstudie für eine Nahwärmeversorgung mit Hackschnitzelheizwerk für die Landkreisliegenschaften in Mühldorf a. Inn hat der C.A.R.M.E.N e.V. eine erste Vorprüfung zur Einschätzung der technischen Dimensionierung sowie Voraussetzungen für einen wirtschaftlichen Betrieb durchgeführt. C.A.R.M.E.N. e.V., das Centrale Agrar-Rohstoff Marketing- und Energie-Netzwerk, ist die bayerische Koordinierungsstelle für Nachwachsende Rohstoffe, Erneuerbare Energien und nachhaltige Ressourcennutzung. C.A.R.M.E.N. e.V. bündelt Informationen und bietet kostenfreie, neutrale Erstberatung für alle Interessengruppen.

 

Ergebnisse der Vorstudie

Die erste Näherung ergibt aufgrund der großen Abnehmer und der vergleichsweise kurzen Entfernungen einen interessanten Wärmepreis. Die Ausgangslage bietet eine gute Voraussetzung für eine regenerative Nahwärmeversorgung mit Hackschnitzelheizwerk und hoher regionaler Wertschöpfung. Es wird empfohlen, Details zum technischen und wirtschaftlichen Betrieb weiter zu konkretisieren.

 

Variante 1 (ohne Klinik)

Variante 2 (mit Klinik)

Investitionskosten [EUR]

~ 2.475.000

~ 2.666.400

 

  • Variante 1 – Landratsamt mit Nebengebäuden, Berufsschule I, Ruperti Gymnasium
  • Variante 2 – Landratsamt mit Nebengebäuden, Berufsschule I, Ruperti Gymnasium, Klinik Mühldorf

 

 

 

 

 

  • Flächenbedarf

    Kesselhaus: ca. 10x10 m

    Bunker: mindestens 200-300 m³ (ohne Krankenhaus, bei weiteren Abnehmern entsprechend größer). Ziel ist eine Anlieferung von Hackschnitzeln bei Volllast ca. 1x pro Woche)

    Benötigte Grundstücksgröße wird auf mindestens 400 m² geschätzt

    In RIWA GIS ist das Grundstück (Herzog-Friedrich Straße 21, Flurstücknummer 813) mit 2.300 m² angegeben

 

 

  • Mögliche Inanspruchnahme von Fördermitteln

    KfW 271/281 – Erneuerbare Energien „Premium“

  • Bis zu 50 € je kW Nennwärmeleistung, maximal 100.000 €
  • 60 € je Meter Trassenlänge, maximal 1.000.000 €
  • 1.800 € je Übergabestation (bei Antrag über Investor/Betreiber)
  • 250 € je m³ Speichervolumen
  • Bei bestimmten Vorrausetzungen, Erhöhung des Zuwendungsbetrags in Höhe von 10 - 30 %

    BAFA 2020 – Markanreizprogramm „Heizen mit EE“

  • Anteilsfinanzierung bis zu 45 %

    Bayerisches Förderprogramm „BioKlima“ (mit Bundesprogramm kombinierbar)

  • Förderung von Biomasseheizwerken
  • Anteilsfinanzierung; Prozentuale Förderung der zuwendungsfähigen Kosten (Investitionsmehrkosten) des Biomasseheizwerks (Technik, Bau, Planung)
  • Zuwendung bis zu 40 % (je nach Antragsteller)

 

  • Wichtige Hinweise

    Bei den Angaben handelt es sich um eine erste Einschätzung zur Wirtschaftlichkeit und Näherung anhand zur Verfügung stehender Daten, aktuellen Marktpreisen und durchschnittlichen Ansätzen durch den CARMEN e.V.

    Belastbare Berechnungen können nur durch eine Detailplanung erhoben werden.

    Fördermöglichkeiten sind in der Vorstudie noch nicht enthalten. Im Rahmen einer Detailplanung wird die aktuelle Förderkulisse auf die bestmögliche Nutzung von Fördergeldern geprüft. Hierdurch kann sich der Wärmepreis weiter senken.

    Ebenfalls einen positiven Einfluss auf den Wärmepreis haben mögliche weitere Abnehmer. Da hier persönliche Gespräche notwendig sind, können diese in der Voruntersuchung nicht dargestellt werden.

    Eine Bewertung der regionalen Wertschöpfung sowie der Entwicklung des CO2-Preises sind hier noch nicht berücksichtigt.

    Aufgrund der großen Verbraucher und der vergleichsweise kurzen Entfernungen wird eine Wärmebelegungsdichte von ca. 4 MWh/(m*a) oder mehr erwartet. Ab einer Wärmebelegung von 1,5 MWh/(m*a) ist ein energetisch und wirtschaftlich sinnvoller Betrieb möglich und sollte weiter detailliert werden. Die Wärmebelegungsdichte gibt an wieviel Wärme pro Meter verbauter Wärmetrasse pro Jahr voraussichtlich abgenommen wird.

 

Geplantes Vorgehen:

Eine detaillierte Machbarkeitsstudie als Entscheidungsgrundlage zur Umsetzung wird durchgeführt. Neben der Wirtschaftlichkeitsbetrachtung unter Berücksichtigung von Fördermöglichkeiten und möglichen weiteren Abnehmern sowie der technischen Dimensionierung sollen ebenfalls Geschäftsmodelle für den Bau und Betrieb in enger Zusammenarbeit mit regionalen Akteuren erstellt werden. Die Kosten der Machbarkeitsstudie werden auf ca. 50.000 € geschätzt. Der Projektträger Bayern fördert die Durchführung mit 70 %. Somit entstehen für den Landkreis Kosten in Höhe 15.000 €. Dieses Budget wird in der Haushaltsplanung 2021 berücksichtigt.